Stuttgart - Wer heute in einem zunehmend komplexen und globalen Arbeitsleben mithalten will, muss aktiv, flexibel und stets verf├╝gbar sein und ├╝ber ein gutes soziales Anpassungsverm├Âgen verf├╝gen. Immer mehr Menschen greifen zu leistungssteigernden Substanzen oder solchen, die der Stressbew├Ąltigung dienen, so hei├čt es vielfach in der Presse. Was ist dran an dieser Vermutung und was wird genommen?
Unter Doping am Arbeitsplatz wird die gezielte Anwendung von Arzneimitteln bzw. Substanzen verstanden, um im Beruf bestimmte Leistungen und Anforderungen zu erf├╝llen. Die Einnahme der Mittel erfolgt ohne therapeutische Indikation von ├╝berwiegend gesunden Menschen und ist demnach im arzneimittelrechtlichen Sinne als Off-label-use beziehungsweise Missbrauch zu interpretieren.Zwar gibt derzeit keine wissenschaftliche Evidenz daf├╝r, dass bei Erwachsenen Doping am Arbeitsplatz bzw. die Einnahme von Substanzen zum pharmakologischen Neuroenhancement oder im Sinne des Hirndopings bei Sch├╝lern und Studenten in Deutschland in gr├Â├čerem Umfang betrieben wird. Doch trotzdem scheint es bei einem Teil der erwachsenen Bev├Âlkerung ÔÇô und noch mehr bei Heranwachsenden ÔÇô durchaus eine Bereitschaft zu geben, auf leistungssteigernde Mittel zur├╝ckzugreifen. Wachsamkeit scheint hier demnach weiter angebracht zu sein. Hinzu kommt, dass f├╝r s├Ąmtliche verwendete Substanzen, vielleicht mit Ausnahme von Modafinil, beim momentanen Stand der Forschung weder Belege f├╝r die Wirksamkeit bei Gesunden noch zur langfristigen Sicherheit vorliegen. Die Deutsche Hauptstelle f├╝r Suchtfragen (DHS) r├Ąt vor dem Hintergrund grunds├Ątzlich von der nicht indizierten Einnahme verschreibungspflichtiger Substanzen zum Neuroenhancement ab.

Quelle: Deutsche Apotheker Zeitschrift