Röntgen geht häufig mit einer großen Strahlenbelastung einher. Für Patienten im Kiefer- oder Zahnbereich ein Problem, denn hier muss vergleichsweise oft geröntgt werden. In vielen Zahnarztpraxen hat daher die digitale Technologie Einzug gehalten, um Patienten so wenig Strahlung wie möglich auszusetzen. Neben digitalem Röntgen und Dental-CT (Computertomografie) stellt die Digitale Volumentomografie, kurz DVT, aktuell den modernsten Standard dar.

„Dabei ist nicht automatisch jedes Verfahren für alle Einsatzgebiete geeignet, sondern es kommt immer auf die individuelle Situation des Patienten und die zu beurteilende Erkrankung im Zahn- und Kieferbereich an“, sagt Dr. Ingo Dantzer, Facharzt für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie und Leiter der Klinik am Weserbogen in Nienburg/Weser.

DVT – Kiefer und Zähne in 3-D

Für die Beurteilung der Zahn- und Kiefersituation, insbesondere auch des Knochenzustands, vor einem implantologischen Eingriff sowie für die Behandlungsplanung eignet sich die Digitale Volumentomografie am besten. Dieses Verfahren wurde speziell für die Diagnostik im Kopfbereich entwickelt und zeichnet sich durch extrem niedrige Strahlenbelastung aus. Zum Vergleich: Die Belastung einer DVT-Aufnahme entspricht der von etwa zehn kleinen Röntgenaufnahmen im Mund oder eines Flugs von Frankfurt nach Los Angeles. Während der Patient bequem sitzt, umkreisen die Röntgenröhre und die Aufnahmeeinheit den Kopf einmal um 360°. Dabei nimmt das Gerät mit digitaler Röntgentechnik Schichtbilder des Kiefers auf. In Verbindung mit speziellen Computerprogrammen liefert das DVT hochaufgelöste, dreidimensionale Abbildungen des Kiefers. Bereits im Vorfeld kann der Arzt so die optimale Implantatposition millimetergenau bestimmen und, falls erforderlich, den Aufbau des Knochens präzise planen. Neben dem exakten Verlauf des Nervs im Bereich des geplanten Implantats lässt sich auch die Position der Zahnwurzeln der Nachbarzähne genau erkennen. „In manchen Fällen können wir dann sogar zurückgebildeten Knochen so geschickt nutzen, dass sich ein Knochenaufbau erübrigt“, erklärt Dr. Dantzer und ergänzt: „Dank neuer computergestützter Systeme können wir die Planungsdaten auch während der Implantation nutzen. Der Eingriff wird dadurch noch sicherer und das Ergebnis exakt vorhersehbar.“ Positiver Nebeneffekt: Patienten erleben im Nachhinein keine böse Überraschung bei den Kosten, da der Kieferzustand von Anfang an bekannt ist. Neben dem Einsatzgebiet in der Implantologie eignen sich die 3-D-Bilder auch hervorragend zur Beurteilung des Wurzelkanals im Rahmen einer Wurzelkanalbehandlung, zur Bestimmung der Lage der Weisheitszähne oder des Zustands des Zahnhalteapparats bei Parodontose. Übrigens: In Deutschland ist der Betrieb eines DVT in einer Zahnarztpraxis durch den Zahnarzt nur dann erlaubt, wenn dieser eine entsprechend erweiterte Fachkunde hat.

Digitales Röntgen – schont Patient und Umwelt

Wenn der Arzt beispielsweise Zahnzwischenräume oder den Zustand der Wurzel beurteilen muss, macht er in der Regel eine Röntgenaufnahme. Mit digitalem Röntgen lässt sich die Strahlendosis um bis zu 95 % reduzieren. Im Gegensatz zum herkömmlichen Röntgen verwendet die fortschrittliche Technologie statt eines klassischen Röntgenfilms einen hochempfindlichen Strahlenträger. So erhält der Mediziner innerhalb von Sekunden ein digitales Bild mit deutlich höherer Qualität, das im Computer nachbearbeitet und angepasst werden kann. Die Bilder lassen sich einfach weitergeben bzw. elektronisch versenden und schonen dabei auch noch die Umwelt, da Chemikalien für die Entwicklung und die Röntgenfilme selbst entfallen.

Dental-CT – Schicht für Schicht

Das Dental-CT kommt ebenfalls bei der Planung von Zahnimplantaten oder kieferchirurgischen Eingriffen zum Einsatz, benötigt aber eine höhere Strahlendosis als ein DVT. Die Schichtaufnahmen bilden den Kieferknochen exakt und dreidimensional ab und zeigen Lage und Zustand der Zahnwurzeln sowie den Verlauf der Nervenkanäle. „In Zukunft wird das Dental-CT wohl vom DVT abgelöst, da dieses Knochenstrukturen und auch Schleimhautverhältnisse bei geringerer Strahlenbelastung genauer darstellen kann“, erläutert Dr. Dantzer abschließend.

Quelle: Pressemeldung, Klinik am Weserbogen
Bildquelle: Rainer Sturm  / pixelio.de